Zwei Flatterulmen bereichern den Park der LVR-Klinik Bedburg-Hau

Zum „Tag des Baumes“ werden traditionell auch auf dem Gelände der LVR-Klinik Bedburg-Hau zwei Bäume gepflanzt. In diesem Jahr griffen dazu der Pflegedirektorin der LVR-Klinik Bedburg-Hau Carsten Schmatz und der Bürgermeister der Gemeinde Peter Driessen symbolisch zum Spaten. Sie setzten zwei junge Flatterulmen zur Bereicherung der Parkanlage, die ausgewachsen etwa 35 Meter hoch werden und mit etwa 400 Jahren ihr maximales Alter erreicht haben.

Zum Baum des Jahres 2019 wurde in diesem Jahr die Flatterulme ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, die bisher wenig bekannt ist. Spricht man von Ulmen, denken die meisten wohl zuerst an das Ulmensterben im vergangenen Jahrhundert. Doch wo Berg- und Feld-Ulme insbesondere durch ihren dramatischen Rückgang traurige Berühmtheit erlangt haben, zeigt die Flatter-Ulme ein ganz anderes Gesicht. Ulmus laevis unterscheidet sich nicht nur botanisch deutlich von ihren bekannteren Schwestern, sie erwies sich auch gegen die Ulmenkrankheit als deutlich widerstandsfähiger. Dass die Flatter-Ulme dennoch eine seltene Baumart in Deutschland ist, hat in erster Linie mit dem Verlust ihres Lebensraumes zu tun. Flussauen und überflutete Gebiete sind landwirtschaftlichen Flächen gewichen, Flüsse begradigt und Feuchtgebiete trockengelegt. Die wasserbegleitende Flatter-Ulme ist heute am ehesten noch in größeren Flusstälern wie dem Oberrheingraben, entlang der Donau, und in der Rhein-Main-Ebene anzutreffen. Seit der letzten Eiszeit ist sie bereits Teil unseres Ökosystems und hat sich unter verschiedensten Klimabedingungen bewährt. Auch im urbanen Bereich gibt es geeignete Standorte, auf denen der Baum des Jahres 2019 als widerstandsfähiger, attraktiver Stadtbaum punkten kann.

Zum ersten „Tag des Baumes“, der am 25. April 1952 in Deutschland begangen wurde, pflanzte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, im Bonner Hofgarten einen Ahorn. Der Tag des Baumes wird seitdem bundesweit jedes Jahr im April mit Feierstunden begangen und soll die Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Forstwirtschaft im Bewusstsein halten.

Hintergrundinformation: Der Volksmund nennt Ulmen auch Rüster. Die Flatter-Ulme ist ein hochgewachsener Baum (ca. 35 Meter) der Feuchtwälder und Flussauen. Zusammen mit Stiel-Eiche, Esche, Berg-Ahorn und Feld-Ulme prägt sie dort die sogenannten Hartholz-Auenwälder. Sie hält dauerhaft feuchten Böden und längere Überflutungsperioden problemlos aus. Ganz besonders: Die Flatter-Ulme bildet als einzige heimische Baumart Brettwurzeln aus. (Diese kennt man sonst von Urwaldriesen und dienen einer höheren Stabilität.) Auch wenn die Flatter-Ulme die Nähe des Wassers liebt, kommt sie auch auf trockeneren Standorten gut zurecht. Ihre Zweige dienten früher dem Vieh als Winterfutter. Wenn es um die Verarbeitung ihres Holzes geht, ist die Flatter-Ulme jedoch eher eine Diva: Das Holz punktet mit schöner Musterung und Zähigkeit, lässt sich jedoch schwer bearbeiten. Eine bevorzugte Verwendung findet Ulmenholz in der Anfertigung von massiven Möbeln. Im Erdboden und unter Wasser ist das Holz sehr dauerhaft, weshalb es auch gerne für den Brückenbau eingesetzt wird.

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